Uwe Rieder Vertriebsfreaks
Uwe Rieder Vertriebsfreaks

Uwe Rieder, der bayerische Vertriebsfreak in der Süddeutschen Zeitung im Porträt

Wie gewinnt man möglichst viele Kunden für ein Produkt? Der Vertriebsexperte Uwe Rieder aus Dachau hat dafür ein eigenwilliges Konzept entwickelt, bei dem die Zahl sieben eine wichtige Rolle spielt.

Von Andreas Förster- Süddeutsche Zeitung – Porträt Uwe Rieder

Uwe Rieder weiß, wie man verkauft. Insbesondere sich selbst. Als Vertriebsmann, seit 25 Jahren selbständig, hat er aus seiner Person eine Marke gemacht.

Wo liegt die Wohlfühloase von Uwe Rieder?

Sein Büro liegt im dritten Stock des Scheierlturms an der Schleißheimer Straße in Dachau, mit einem sagenhaften Blick auf die Altstadtkrone. An den Wänden prangen Graffiti statt Bilder. Im Vorzimmer arbeiten mit Angelika und Betty Rieder Frau und Tochter. Zusammen mit Corgy-Hündin Peggy bilden sie das Familienunternehmen „Die Vertriebsfreaks“.

Warum ist Uwe Rieder ein Freak?

Uwe Rieder, Jahrgang 1965, pflegt bewusst sein Image als Freak. Das beginnt bei der Optik: Stets knallig bunt angezogen. Am liebsten trägt er orangefarbene Shirts und Sneakers. Orange steht für Energie und Lebensfreude, beides strahlt er aus.

Beim persönlichen Kennenlernen verströmt Rieder einen kumpelhaften Charme, ist herzlich und bietet sofort das Du an. Mit Vorliebe trägt er kurze Ärmel, damit man seine Tattoos sehen kann. Auf dem linken Arm ist die Familie verewigt. Rechts ist noch frei, „aber das wird sich bald ändern“, versichert der 53-Jährige. Den Tattoo-Spleen hat er von seinem Sohn übernommen, Fußball-Profi Tim Rieder vom FC Augsburg.

Der Weg von Uwe Rieder abseits der ausgetetenen Pfade:

Uwe Rieder hat sich in der Nische des berufsjugendlichen Außenseiters eingenistet. Er sei immer seinen eigenen Weg abseits der ausgetretenen Pfade gegangen, berichtet Rieder. Das begann nach der Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Sparkasse Dachau. Die Kunden kamen von allein, aber das reichte ihm nicht.

Er wollte mehr, bildete sich zum Fach- und dann Betriebswirt weiter. Professionalisierte die interne Vermögensberatung und stieg 1993 als selbständiger Handelsvertreter bei seinem Bruder ein. Die beiden schafften es als einzige externe Vertriebsorganisation, den Umsatz mit Philips-Monitoren innerhalb von vier Jahren von zehn auf 60 Millionen Mark zu steigern. Der Meplan GmbH, einem Tochterunternehmen der Messe München, verhalfen sie innerhalb von zwei Jahren zu einer Umsatzsteigerung von 300 Prozent.

Die zwei wichtigsten Säulen von Uwe Rieder in Sachen „aktivem Vertrieb“:

Für Rieder sind die zwei wichtigsten Säulen seines „aktiven“ Vertriebs die „intensive Kundenbetreuung und strukturierte Neukundengewinnung“. Basierend auf diesen Erfahrungen gründete er die 7stages GmbH. Mit dem Ziel, das von ihm erfolgreich angewandte siebenstufige Konzept zu vermarkten.

Er sieht sich dabei fast schon als Wohltäter, betont, er wolle möglichst viele an seinem Erfolg teilhaben lassen. Im modernen Business-Jargon nennt man diese Strategie eher eine klassische Win-Win-Situation.

Diverse Bücher von dem Vertriebsfreak Uwe Rieder bezüglich Vertrieb:

Dass er es dabei geschafft hat, sein Konzept, das überwiegend auf intensivem Telefon- und E-Mail-Marketing mit pfiffigen Verkaufstexten besteht, vollmundig als „Sieben-Stufen-Plan“ zu verkaufen, der „Feuer für Ihren Vertrieb“ (so der Titel seines ersten Buchs) verspricht, ist Teil dieser Erfolgsgeschichte made in Dachau. Und weil es mit der sieben so gut läuft: Der Erfolg mit seinem System soll sich ja in sieben Wochen einstellen, kamen weitere Bücher mit der mystischen Zahl hinzu, die sich dabei wie von selbst vermehrte.

„Über 77 fix und fertige E-Mail-Texte für mehr Umsatz!“, „Die 77 ultimativen Vertriebstipps“ oder „Die 177 ultimativen Betreffzeilen für mehr Kunden“. Im Grunde ist die Quintessenz immer dieselbe: Es braucht mindestens sieben bis zwölf Kontakte, um eine vertrauensvolle Kundenbeziehung aufzubauen. Nur durch Vertrauen komme der Kunde wieder.

Uwe Rieder wird mit einigen Auszeichnungen „belohnt“:

Der vorläufige Höhepunkt in Rieders beruflicher Laufbahn sind die Auszeichnungen, die seinen Erfolg nun auch für alle sichtbar nach außen belegen: Im November 2018 erhielt er vom Bundesverband der ausgebildeten Trainer und Berater BaTB den Preis in der Kategorie Vertrieb 2018. In seiner Rede vor den seriösen Geschäftsleuten präsentierte er sich wie immer als Exot, als der „bayerische Vertriebsfreak“, doch wie es scheint, erkennen ihn nun auch die Kollegen an. Denn zwei Monate später bekam Rieder von einem Fachmagazin den Titel „Unternehmer des Monats“ und, ebenfalls im Januar, den „Red Fox Award -Kategorie Vertrieb – Speaker des Jahres 2019“ der Online-Marketing-Plattform Digital Beat.

So geht es mit Uwe Rieder und seinen Vertriebsfreaks weiter:

Doch Uwe Rieder will es nicht dabei bewenden lassen. Jetzt, wo er sich als bunter Hund unter den Vertrieblern bundesweit erfolgreich etabliert hat, will er die Vertriebsfreaks-Akademie gründen. Und damit sein System über Webinare weiterverbreiten. Das Konzept dafür ist so gut wie fertig. Natürlich spielt die Sieben wieder eine zentrale Rolle, denn Schwerpunkt ist ein Sieben-Wochen-Online-Intensiv-Training für Unternehmer und Selbstständige. Ob das Projekt auch erfolgreich wird, steht zwar noch in den Sternen. Aber Rieder ist jetzt schon im siebten Himmel.

Uwe Rieder, der bayerische Vertriebsfreak in der Süddeutschen Zeitung im Porträt